Hier handelt es sich um
eine recht kleine Gasse
im Zentrum der Stadt, die von der
Emsbrücke zum Kirchplatz der alten
Kirche St. Laurentius führt .
Der Namensbestandteil "-pohl" (bisweilen
auch "-poel" oder "-pol") entspricht dem
englischen "pool" und dem hochdeutschen
"Pfuhl". Er bezeichnet einen Teich,
Tümpel oder feuchten Ort. "Kletter-"
ist (mit moderner Umlautung) abzuleiten
vom niederdeutschen "klatte", das etwas,
das lose zusammenhängt beschreibt. Das
Wort ist verwandt mit dem hochdeutschen
Begriff "Klette". Noch heute gibt es das
Wort aus dem Niederdeutschen "Klatterie",
das einen Fetzen, eine Kleinigkeit
beschreibt. Besonders wichtig ist in
diesem Zusammenhang der Begriff
klatwulle, der grobe Wolle bezeichnet.
Damit könnte man
den Namen "Kletterpohl" mit
"Fetzentümpel"
übersetzen, was aber nicht wirklich Sinn
macht; der Wortinhalt spielt eher darauf
an, dass hier offensichtlich die
Reinigung der geschorenen Wolle
vorgenommen wurde (die nahe Ems hatte
dafür das Wasser), bevor dieselbe nach Trockung gesponnen wurde. Es handelt
sich also im eine Berufsbezeichnung als
Straßenname bzw. um die Benennung nach
Funktionalität. Insofern kann
Kletterpohl gleichgesetzt werden mit
"Wollwaschstelle".
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Bilder:
Matthias Rinschen (C) 2006
Quellen: Dr. Bernward Fahlbusch,
persönliche Mitteilung 2007
Martha Götting
: "Warendorf,
Straßen und Gassen einer alten Stadt"
Verlag Schnell, Warendorf 1956