Nach einem Besuch im Gadem am
Zuckertimpen lädt im Osten Warendorfs, an der Straße nach
Bielefeld, das Torschreiberhaus zum Besuch ein. Das
Haus wurde 1822 auf Initiative des Bürgermeisters Schnösenberg
von der Stadt
Warendorf erbaut und diente als
Wohnung und Dienstgebäude für die damaligen "Torschreiber".
Diese Aufgabe wurde in der Regel mittellosen Handwerkern oder
Arbeitslosen übertragen. Deren Aufgabe war es,
den Verkehr zu kontrollieren und Wegezoll von den Benutzern der Straße von Bielefeld nach Münster
zu kassieren.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es üblich, für die Benutzung
der Straßen Wegezoll zu erheben, der dann für die Erhaltung und
den Ausbau der Straßen benutzt wurde. Diese waren in der Regel
nicht einmal mit Steinen befestigt und häufig - besonders bei
schlechter Witterung - nur sehr schwer zu
passieren. Das Geld, das der Torschreiber in Warendorf einnahm,
wurde allerdings von der Stadt Warendorf für die Unterstützung der Armen verwendet.
Nach
abgeschlossener Restaurierung des Hauses im Jahr 2006 bekommt
man heute einen guten Eindruck von dem bescheidenen Leben der
damaligen "Torschreiber". Möbel und Gebrauchsgegenstände aus der
damaligen Zeit, aber auch alte Quittungsblöcke Bildtafeln und
Modelle lassen das Leben im frühen19. Jahrhundert in Warendorf lebendig
werden. Man sieht z. B. eine offene Feuerstelle in der Küche, an
der die Mahlzeiten zubereitet werden konnten oder die
Schlafkammer mit dem Fußwärmer, der mit offener Glut beheizt
wurde. Besonders sehenswert ist auch ein mechanischer Webstuhl.
Zwar ist es nicht sicher, ob ein solcher zu dieser Zeit im
Torschreiberhaus vorhanden war. Allerdings wurde zu dieser Zeit
in vielen Häusern gewoben, da die Textilindustrie die wichtigste
Erwerbsquelle in Warendorf war. Von daher ist seine Verwendung auch
im Torschreiberhaus wahrscheinlich.
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Torschreiberhaus



















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Bilder: Matthias Rinschen (C) 2006
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