Im Schrifttum über das Landgestüt
stehen die Pferde zu Recht an erster Stelle.
Eher nur am Rande werden die Menschen erwähnt,
die diese Institution erst ermöglichten.
Systematische Untersuchungen über das
Gestütspersonal liegen nicht vor. Der Vortrag
stellt nun die sieben Gestütsleiter des 19.
Jahrhunderts in vergleichender Sicht vor. Dabei
wird (neben Grundinformationen zur preußischen
Gestütsgeschichte) eine Reihe bisheriger
Annahmen präzisiert, teilweise korrigiert und
bisher unbeachtetes Material präsentiert.
Der Vortrag stellt einen Beitrag des
Heimatvereins zum zweihundertjährigen Bestehen
des Landgestüts dar; ein weiterer Beitrag wird
der nächste Band der Warendorfer Schriften sein
(Erscheinen im Dezember 2026), dessen fünf
Beiträge sich ausschließlich mit dem Landgestüt
befassen.
Der Vortrag findet in Zusammenarbeit
mit dem Westpreußischen Landesmuseum im Rahmen
der momentanen Trakehner-Ausstellung statt:
Freitag, 11. September 2026, 18.00 (freier
Eintritt)
Die Warendorfer Schriften Bd. 55/56 erscheinen im
Dezember 2026.
Sie widmen sich in Gänze dem Nordrhein-Westfälischen
Landgestüt und stellen den Beitrag des Heimatvereins zum
200jährigen Jubiläum dar.
Die Warendorfer Schriften Bd. 55/56
erscheinen im Dezember 2026.
Sie widmen sich in Gänze dem
Nordrhein-Westfälischen Landgestüt und
stellen den Beitrag des Heimatvereins zum
200jährigen Jubiläum dar.
Wilhelm Veltman ( † 2006)
Ein Krimi aus vergilbten Akten. Die schwere
Geburt des Landgestüts in Warendorf (2002)
Lothar Engelbert Schücking († 1943)
Heinrich Köhne und die ersten Zeiten des
Warendorfer Landgestüts. (1940)
Friedrich Bernward Fahlbusch
Über die Leiter des Landgestüts Warendorf im
19. Jahrhundert – Biographische Anmerkungen
( 19 Abb., tlw. farbig)
Klaus Gruhn
Der „Königliche Gestüt-Marstall“ und das
Gymnasium Laurentianum Warendorf
Thomas Hartwig
200 Jahre Landgestüt Warendorf ⎼ Einst und
heute unverzichtbar (23 Abb.)
Vereinsmitglieder erhalten den Band kostenfrei. Um
die Auflage kalkulieren zu können, werden andere
Interessenten gebeten, Vorbestellungen beim Heimatverein per
mail (
vorstand@heimatvereinwarendorf.de ) vorzunehmen.
Am Freitag, den 17.2.1826 gegen 15.00, trafen in Warendorf die ersten
24 Hengste für das neu errichtete Hengstdepot (Landgestüt) ein. Sie
waren zuvor in Neustadt/Dosse zusammenzogen worden: 14 aus dem
Lithauischen Hauptgestüt, 2 aus Neustadt, 2 aus Graditz und 6 aus
Privatgestüten, zudem 2 Zugpferde. Per Wagen wurden v.a. die
Schmiedeutensilien transportiert. Wegen strenger Kälte war der Abmarsch
in Neustadt um einige Tage auf den 1.2. verschoben worden. Üblicherweise
war jeder 4. Tag ein Ruhetag, so dass im Schnitt pro Tag 30 km bewältigt
wurden. Da der Winter 1825/26 in Westfalen ungewöhnlich warm (und
regenreich) war, darf man von einem Transport ohne Zwischenfälle
ausgehen.
Seit 1816 hatten sich die Oberpräsidenten der neuen preußischen
Provinzen (Westfalen und Rheinprovinz), besonders der Münsterer
Oberpräsident Frhr. Vincke, bemüht, ein Landgestüt zur Verbesserung der
hiesigen Pferdezucht zu erhalten. 1824 genehmigte die Regierung in
Berlin endlich eine solche Einrichtung. Als Standort war lange Zeit
Schloss Benrath bei Düsseldorf vorgesehen, aber als im Frühjahr 1825 der
Warendorfer Kavalleriestall durch Verlegung der Kürassiereskadron in die
neu gebaute Kaserne in Neuhaus (bei Paderborn) frei geworden war, geriet
ab August 1825 Warendorf als sofort nutzbarer Standort in die
Überlegungen und bekam letztlich (gegen Liesborn) den Zuschlag.
Geführt wurde der Zug vom Neustädter Gestütsinspektor Heinrich Köhne.
Begleitet wurde er von seinem Sattelmeister August Ferdinand Huth und 9
aus Neustadt sowie 3 aus Graditz abgeordneten Gestütsknechten. Sie
trafen rechtzeitig ein, um die erste Decksaison in Westfalen und
Rheinland zu bestreiten. Voller Begeisterung meldete noch am 17.2. der
Warendorfer Landrat, dem die Dienstaufsicht vor Ort übertragen war, das
Eintreffen dem Oberpräsidenten Vincke in Münster und betonte besonders
den Gesundheitszustand und die Qualität der Hengste. Vincke selber traf
bereits am folgenden Sonntag in Warendorf ein, Köhne zu begrüßen und das
Ergebnis der jahrelangen Bemühungen in Augenschein zu nehmen.
F. Bernward Fahlbusch
Schrifttum: F. Bernward Fahlbusch, Die Warendorfer
Gestütsleiter im 19. Jh. – Biographische Anmerkungen, in: Warendorfer
Schriften 55/56, 2026 (im Druck).
Bild: M. Rinschen (2011)

Das Nordrhein-Westfälische
Landgestüt Warendorf blickt inzwischen
auf eine mehr als 180-jährige Geschichte
zurück. 1826 wurde es auf Wunsch der
Züchter Westfalens und der Rheinprovinz
gegründet und war damit das erste
Preußische Landgestüt im Westen. Nach
Kriegsende ging es in den Besitz des
Landes Nordrhein-Westfalen über und ist
heute dem Ministerium für Umwelt und
Naturschutz, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz des Landes
Nordrhein-Westfalen zugeordnet. Die
Aufgabe des Landgestütes ist jedoch seit
seiner Gründung im Grundsatz unverändert
geblieben. Sie besteht darin, den
Pferdezüchtern qualitätvolle und
genetisch interessante Hengste gegen ein
angemessenes Deckgeld zur Verfügung zu
stellen. Oberstes Ziel ist dabei der
Zuchtfortschritt.
Dem Gestüt angegliedert ist die Deutsche
Reitschule. Sie ist das „Zentrum der
Berufsreiterei“, und bietet
Fortbildungs- und Prüfungslehrgänge für
Berufsreiter, Amateure und
Turnierfachleute an.
Die Decksaison dauert von Februar bis
August. In dieser Zeit steht ein Teil
der Hengste auf den 22 Deckstellen bzw.
Besamungsstationen in Westfalen und im
Rheinland. Zu den Kunden zählen aber
auch Züchter aus anderen Teilen
Deutschlands, aus ganz Europa, den USA
und Australien und seit kurzem sogar aus
Vietnam.
Nachkommen von
Warendorfer Vererbern sind begehrt und
Partner für alle Sparten des
Pferdesports.
Neben dem Zuchteinsatz werden zahlreiche
Warendorfer Hengste auch auf Turnieren
vorgestellt und sind von den Basis- und
Aufbauprüfungen bis hin zur schwersten
Klasse erfolgreich. In diesem Jahr
nahmen Landbeschäler unter anderem bei
den Bundeschampionaten („Deutsche
Meisterschaften der jungen Pferde“), und
den Weltmeisterschaften junger
Dressurpferde teil. Auch bei dem
Pferdesportereignis des Jahres 2006, den
Weltmeisterschaften in Aachen, waren
Warendorfer Hengste dabei: Allein 18
Hengste plus Reiterinnen und Reiter
stellte das NRW-Landgestüt für die große
Dressurquadrille der deutschen
Landgestüte zur Eröffnung der WM.
Anmerkung des Heimatvereins Warendorf:
Seit
mehr als zehn Jahren wird das Gestüt von
der Diplom-Agraringenieurin Susanne
Rimkus geleitet. Sie ist die erste und
bisher einzige Landstallmeisterin
Deutschlands und „Herrin“ von rund 100
zuchtaktiven Hengsten. Neben den
Warmbluthengsten und den beiden
Vollblütern stehen auch eine stattliche
Anzahl an Kaltbluthengsten und ein
Sennerhengst in den Ställen des Gestüts.
Bei diesen Rassen liegt der
Aufgabenschwerpunkt im Erhalt von
wertvollen Genen. Etwa 70
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
Hälfte davon sind Beamte, betreuen und
versorgen die Hengste. Hinzu kommen 20
Auszubildende, die hier den Beruf des
Pferdewirtes Schwerpunkt Reiten oder
Schwerpunkt Zucht und Haltung erlernen.
Mit
Ausnahme der bayerischen Absolventen
muss hier jeder künftige Pferdewirt –
Reiten seine Abschlussprüfung ablegen,
auch internationale Reitsportgrößen wie
etwa Marco Kutscher oder Christian
Ahlmann haben in der Deutschen
Reitschule ihren Bereiter „gemacht“. Da
nicht jeder der Prüflinge über ein
eigenes Pferd verfügt, gehören etwa 50
Hengste und Wallache zum
Lehrpferdebestand der Schule. Insgesamt
bietet das Landgestüt auf seinem acht
Hektar großen Gelände an der
Sassenberger Straße Platz für 160
Pferde.
Bei
vielen Olympiasiegern, Welt- und
Europameistern finden sich die Namen von
Warendorfer Landbeschälern in den
Ahnentafeln.
An
drei Sonntagen und einem Mittwoch
– jeweils Ende September / Anfang
Oktober – lädt das Landgestüt Warendorf
jährlich zu seinen traditionellen
Hengstparaden ein. Mitte August hat das
Open Air Festival, bestehend aus der
„Symphonie der Hengste“ mit klassischer
Musik, dem Familientag und einem
Live-Popkonzert, inzwischen ebenfalls
einen festen Platz im
Veranstaltungskalender gefunden. Jedes
Zuchtjahr wird zudem mit einem „Tag der
offenen Tür“ eröffnet, zu Beginn der
Decksaison stehen auch zahlreiche
Hengstschauen, wie etwa die „Warendorfer
Züchtersonntage“, auf dem Programm. Aber
auch an ganz „normalen“ Tagen ist das
Landgestüt immer einen Besuch wert: Die
Außenanlagen können jederzeit besichtigt
werden, die denkmalgeschützten
Stallgebäude sind während der
Dienstzeiten ebenfalls für jedermann
zugänglich.
Überblick über die Geschichte des
Landgestüts seit 1826
Der Heimatverein Warendorf dankt der
Leitung des Landgestüts dafür, dass sie
die Informationen und die Bilder von
dieser bedeutenden Warendorfer
Institution für seine Website zur
Verfügung gestellt hat.
Text und Bilder: NRW Landgestüt (c) 2007
1952 bis 1957 war bereits im Langestüt
Redefin mit Herta Steiner eine Frau mit
der Leitung betraut. Redefin war
damals ein Landgestüt in der DDR.
(Quelle: Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Landgest%C3%BCt_Redefin
)
Hier zum Herunterladen:
Der neue KIEPENKERL 2025
Die wunderbare Tante Sophie
Erinnerungen von Mechtild Wolff
Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Warendorf
Die Affhüppen-Kapelle – eine architektonische Schönheit der
Neugotik in Vohren
von Mechtild Wolff
Vortrag von Dr. Dirk Ziesing (Bochum):
"Warendorf – Westpreußen – Waterloo"
Das
Josephs-Hospital - eine lange Erfolgsgeschichte mit
ungewissem Ende
von Mechtild Wolff
Franz Joseph Zumloh, Wohltäter in großer Not
von Mechtild Wolff
Stellungnahme des Heimatvereins Warendorf zum Bau der neuen Bundesstraße B64 n (Umgehung Warendorf)
Stadtführung mit dem Thema: Entstehung und Bedeutung ausgewählter Straßennamen
Turbulente 15 Jahre im Heimatverein: Rückblick der Vorsitzenden Mechtild Wolff
Vor 80 Jahren: Die letzten Tage des 2. Weltkriegs in Warendorf Ostern 1945
Das Portrait: Dr. h.c. Heinrich Windelen
Aus Anlass des Denkmaltages am 8. 9. 2024:
Motto: "Wahrzeichen - Zeitzeugen der Geschichte"
Der Warendorfer Bürger-Schützenhof – eine
Erfolgsgeschichte mit traurigem Ende
Der erste große Stadtbrand von Warendorf aus dem Jahre 1404
Das Portrait: Joos Brandkamp, Kirchen- und Kunstmaler
(1905 - 1983)
von Mechtild Wolf
100 Jahre Frauenwahlrecht - Erinnerungen an Clara
Schmidt in Warendorf und die Frauenbewegung
Clara Schmidt und die Frauenliste
Fakten und Historie
Eduard Elsberg erbaute das erste große Kaufhaus in Warendorf
von Mechtild Wolff
Der
Elsbergplatz
von Dr. Bernward Fahlbusch
Das Dezentrale
Stadtmuseum
ist in der Regel an Sonntagen von 15:00 - 17:00 Uhr geöffnet. Dazu
gehören das Rathaus, das Bürgerhaus Klosterstraße 7 mit den
handgedruckten Bildtapeten und das Gadem am Zuckertimpen 4
Der Eintritt ist frei.

