Einladung zum Vortag über das Landgestüt in Warendorf von Dr. F. Bernward Falbusch
Thema:     Die Leiter des Warendorfer Landgestüts im 19. Jahrhundert
Termin:     Freitag, 11. September 2026, 18.00 Uhr (Eintritt Frei)
Ort:          Westpreußisches Landesmuseum Warendorf

Im Schrifttum über das Landgestüt stehen die Pferde zu Recht an erster Stelle. Eher nur am Rande werden die Menschen erwähnt, die diese Institution erst ermöglichten. Systematische Untersuchungen über das Gestütspersonal liegen nicht vor. Der Vortrag stellt nun die sieben Gestütsleiter des 19. Jahrhunderts in vergleichender Sicht vor. Dabei wird (neben Grundinformationen zur preußischen Gestütsgeschichte) eine Reihe bisheriger Annahmen präzisiert, teilweise korrigiert und bisher unbeachtetes Material präsentiert.

Der Vortrag stellt einen Beitrag des Heimatvereins zum zweihundertjährigen Bestehen des Landgestüts dar; ein weiterer Beitrag wird der nächste Band der Warendorfer Schriften sein (Erscheinen im Dezember 2026), dessen fünf Beiträge sich ausschließlich mit dem Landgestüt befassen.

Der Vortrag findet in Zusammenarbeit mit dem Westpreußischen Landesmuseum im Rahmen der momentanen Trakehner-Ausstellung statt: Freitag, 11. September 2026, 18.00 (freier Eintritt)

Vorschau: Warendorfer Schriften Bd. 55/56

Die Warendorfer Schriften Bd. 55/56 erscheinen im Dezember 2026.
Sie widmen sich in Gänze dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt und stellen den Beitrag des Heimatvereins zum 200jährigen Jubiläum dar.

Die Warendorfer Schriften Bd. 55/56 erscheinen im Dezember 2026.

Sie widmen sich in Gänze dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt und stellen den Beitrag des Heimatvereins zum 200jährigen Jubiläum dar.

Inhalt:

Wilhelm Veltman ( † 2006)
Ein Krimi aus vergilbten Akten. Die schwere Geburt des Landgestüts in Warendorf (2002)

Lothar Engelbert Schücking († 1943)
Heinrich Köhne und die ersten Zeiten des Warendorfer Landgestüts. (1940)

Friedrich Bernward Fahlbusch
Über die Leiter des Landgestüts Warendorf im 19. Jahrhundert – Biographische Anmerkungen ( 19 Abb., tlw. farbig)

Klaus Gruhn
Der „Königliche Gestüt-Marstall“ und das Gymnasium Laurentianum Warendorf

Thomas Hartwig
200 Jahre Landgestüt Warendorf ⎼ Einst und heute unverzichtbar (23 Abb.)

 ca. 176 Seiten

 

Vereinsmitglieder erhalten den Band kostenfrei. Um die Auflage kalkulieren zu können, werden andere Interessenten gebeten, Vorbestellungen beim Heimatverein per mail ( vorstand@heimatvereinwarendorf.de ) vorzunehmen.

 

Der Anfang des nordrhein-westfälischen Landgestüts in Warendorf
von Dr. F. Bernward Fahlbusch (24. 7. 2026)

Am Freitag, den 17.2.1826 gegen 15.00, trafen in Warendorf die ersten 24 Hengste für das neu errichtete Hengstdepot (Landgestüt) ein. Sie waren zuvor in Neustadt/Dosse zusammenzogen worden: 14 aus dem Lithauischen Hauptgestüt, 2 aus Neustadt, 2 aus Graditz und 6 aus Privatgestüten, zudem 2 Zugpferde. Per Wagen wurden v.a. die Schmiedeutensilien transportiert. Wegen strenger Kälte war der Abmarsch in Neustadt um einige Tage auf den 1.2. verschoben worden. Üblicherweise war jeder 4. Tag ein Ruhetag, so dass im Schnitt pro Tag 30 km bewältigt wurden. Da der Winter 1825/26 in Westfalen ungewöhnlich warm (und regenreich) war, darf man von einem Transport ohne Zwischenfälle ausgehen.

Seit 1816 hatten sich die Oberpräsidenten der neuen preußischen Provinzen (Westfalen und Rheinprovinz), besonders der Münsterer Oberpräsident Frhr. Vincke, bemüht, ein Landgestüt zur Verbesserung der hiesigen Pferdezucht zu erhalten. 1824 genehmigte die Regierung in Berlin endlich eine solche Einrichtung. Als Standort war lange Zeit Schloss Benrath bei Düsseldorf vorgesehen, aber als im Frühjahr 1825 der Warendorfer Kavalleriestall durch Verlegung der Kürassiereskadron in die neu gebaute Kaserne in Neuhaus (bei Paderborn) frei geworden war, geriet ab August 1825 Warendorf als sofort nutzbarer Standort in die Überlegungen und bekam letztlich (gegen Liesborn) den Zuschlag.

Geführt wurde der Zug vom Neustädter Gestütsinspektor Heinrich Köhne. Begleitet wurde er von seinem Sattelmeister August Ferdinand Huth und 9 aus Neustadt sowie 3 aus Graditz abgeordneten Gestütsknechten. Sie trafen rechtzeitig ein, um die erste Decksaison in Westfalen und Rheinland zu bestreiten. Voller Begeisterung meldete noch am 17.2. der Warendorfer Landrat, dem die Dienstaufsicht vor Ort übertragen war, das Eintreffen dem Oberpräsidenten Vincke in Münster und betonte besonders den Gesundheitszustand und die Qualität der Hengste. Vincke selber traf bereits am folgenden Sonntag in Warendorf ein, Köhne zu begrüßen und das Ergebnis der jahrelangen Bemühungen in Augenschein zu nehmen.

F. Bernward Fahlbusch

Schrifttum: F. Bernward Fahlbusch, Die Warendorfer Gestütsleiter im 19. Jh. – Biographische Anmerkungen, in: Warendorfer Schriften 55/56, 2026 (im Druck).

Bild: M. Rinschen (2011)

 

Das NRW - Landgestüt - mehr als 180 Jahre im Dienst der Pferdezucht

Landgestüt Warendorf: Haupteingang Brandenburg
Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt Warendorf blickt inzwischen auf eine mehr als 180-jährige Geschichte zurück. 1826 wurde es auf Wunsch der Züchter Westfalens und der Rheinprovinz gegründet und war damit das erste Preußische Landgestüt im Westen. Nach Kriegsende ging es in den Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen über und ist heute dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen zugeordnet. Die Aufgabe des Landgestütes ist jedoch seit seiner Gründung im Grundsatz unverändert geblieben. Sie besteht darin, den Pferdezüchtern qualitätvolle und genetisch interessante Hengste gegen ein angemessenes Deckgeld zur Verfügung zu stellen. Oberstes Ziel ist dabei der Zuchtfortschritt.

Landgestüt Warendorf: RondellSeit mehr als zehn Jahren wird das Gestüt von der Diplom-Agraringenieurin Susanne Rimkus geleitet. Sie ist die erste und bisher einzige Landstallmeisterin Deutschlands und „Herrin“ von rund 100 zuchtaktiven Hengsten. Neben den Warmbluthengsten und den beiden Vollblütern stehen auch eine stattliche Anzahl an Kaltbluthengsten und ein Sennerhengst in den Ställen des Gestüts. Bei diesen Rassen liegt der Aufgabenschwerpunkt im Erhalt von wertvollen Genen. Etwa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Hälfte davon sind Beamte, betreuen und versorgen die Hengste. Hinzu kommen 20 Auszubildende, die hier den Beruf des Pferdewirtes Schwerpunkt Reiten oder Schwerpunkt Zucht und Haltung erlernen.

 

Dem Gestüt angegliedert ist die Deutsche Reitschule. Sie ist das „Zentrum der Berufsreiterei“, und bietet Fortbildungs- und Prüfungslehrgänge für Berufsreiter, Amateure und Turnierfachleute an. Landgestüt Warendorf: SextettMit Ausnahme der bayerischen Absolventen muss hier jeder künftige Pferdewirt – Reiten seine Abschlussprüfung ablegen, auch internationale Reitsportgrößen wie etwa Marco Kutscher oder Christian Ahlmann haben in der Deutschen Reitschule ihren Bereiter „gemacht“. Da nicht jeder der Prüflinge über ein eigenes Pferd verfügt, gehören etwa 50 Hengste und Wallache zum Lehrpferdebestand der Schule. Insgesamt bietet das Landgestüt auf seinem acht Hektar großen Gelände an der Sassenberger Straße Platz für 160 Pferde.

Die Decksaison dauert von Februar bis August. In dieser Zeit steht ein Teil der Hengste auf den 22 Deckstellen bzw. Besamungsstationen in Westfalen und im Rheinland. Zu den Kunden zählen aber auch Züchter aus anderen Teilen Deutschlands, aus ganz Europa, den USA und Australien und seit kurzem sogar aus Vietnam. Nachkommen von Warendorfer Vererbern sind begehrt und Partner für alle Sparten des Pferdesports. Landgestüt Warendorf: Quadriga auf der HengstparedeBei vielen Olympiasiegern, Welt- und Europameistern finden sich die Namen von Warendorfer Landbeschälern in den Ahnentafeln.

Neben dem Zuchteinsatz werden zahlreiche Warendorfer Hengste auch auf Turnieren vorgestellt und sind von den Basis- und Aufbauprüfungen bis hin zur schwersten Klasse erfolgreich. In diesem Jahr nahmen Landbeschäler unter anderem bei den Bundeschampionaten („Deutsche Meisterschaften der jungen Pferde“), und den Weltmeisterschaften junger Dressurpferde teil. Auch bei dem Pferdesportereignis des Jahres 2006, den Weltmeisterschaften in Aachen, waren Warendorfer Hengste dabei: Allein 18 Hengste plus Reiterinnen und Reiter stellte das NRW-Landgestüt für die große Dressurquadrille der deutschen Landgestüte zur Eröffnung der WM. Landgestüt Warendorf: Fahrschule auf der HengstparadeAn drei Sonntagen und einem Mittwoch – jeweils Ende September / Anfang Oktober – lädt das Landgestüt Warendorf jährlich zu seinen traditionellen Hengstparaden ein. Mitte August hat das Open Air Festival, bestehend aus der „Symphonie der Hengste“ mit klassischer Musik, dem Familientag und einem Live-Popkonzert, inzwischen ebenfalls einen festen Platz im Veranstaltungskalender gefunden. Jedes Zuchtjahr wird zudem mit einem „Tag der offenen Tür“ eröffnet, zu Beginn der Decksaison stehen auch zahlreiche Hengstschauen, wie etwa die „Warendorfer Züchtersonntage“, auf dem Programm. Aber auch an ganz „normalen“ Tagen ist das Landgestüt immer einen Besuch wert: Die Außenanlagen können jederzeit besichtigt werden, die denkmalgeschützten Stallgebäude sind während der Dienstzeiten ebenfalls für jedermann zugänglich.
 Überblick über die Geschichte des Landgestüts seit 1826

Der Heimatverein Warendorf dankt der Leitung des Landgestüts dafür, dass sie die Informationen und die Bilder von dieser bedeutenden Warendorfer Institution für seine Website zur Verfügung gestellt hat.

Text und Bilder: NRW Landgestüt (c) 2007

Anmerkung des Heimatvereins Warendorf:
1952 bis 1957 war bereits im Langestüt Redefin mit Herta Steiner eine Frau mit der Leitung  betraut. Redefin war damals ein Landgestüt in der DDR. (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Landgest%C3%BCt_Redefin )

Interessantes und Aktuelles vom Heimatverein Warendorf

Hier zum Herunterladen:
Der neue KIEPENKERL 2025

Die wunderbare Tante Sophie
Erinnerungen von Mechtild Wolff

Struwenessen am Karfreitag beim Heimatverein Warendorf:
Das traditionelle Karfreitagsgericht der Warendorfer köstlich zubereitet von Marie-Luise Mönnigmann und ihrem Team

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Die Affhüppen-Kapelle – eine architektonische Schönheit der Neugotik in Vohren
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Vortrag von Dr. Dirk Ziesing (Bochum):
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Zum 200jährigen Jubiläum des Landgestüts:
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Das Josephs-Hospital - eine lange Erfolgsgeschichte mit ungewissem Ende
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Franz Joseph Zumloh, Wohltäter in großer Not
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Der neue "Kiepenkerl" 2025 mit aktuellen Berichten aus Warendorf und der Arbeit des Heimatvereins erscheint zum Herunterladen online auf der Website des Heimatvereins

Stellungnahme des Heimatvereins Warendorf zum Bau der neuen Bundesstraße B64 n (Umgehung Warendorf)

Vortrag zur Ahnenforschung

Antrag des Heimatvereins Warendorf an den Bürgermeister und den Rat der Stadt Warendorf bezüglich der Benennung bzw. Umbenennung von Straßen

Stadtführung mit dem Thema: Entstehung und Bedeutung ausgewählter Straßennamen

Turbulente 15 Jahre im Heimatverein: Rückblick der Vorsitzenden Mechtild Wolff

Verabschiedung von Frau Mechtild Wolff nach 15 Jahren im Vorsitz des Heimatvereins Warendorf:
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Vor 80 Jahren: Die letzten Tage des 2. Weltkriegs in Warendorf Ostern 1945

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Aus Anlass des Denkmaltages am 8. 9. 2024:
Motto: "Wahrzeichen - Zeitzeugen der Geschichte"
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Aus Anlaß des Auftaktes der Europagespräche der Stadt Warendorf am 1. 9. 2024 erinnert der Heimatverein Warendorf:
1954 - Kaiser Haile Selassi in Warendorf - ein Ereignis, an das man sich noch heute erinnert

Der erste große Stadtbrand von Warendorf aus dem Jahre 1404

Das Portrait: Joos Brandkamp, Kirchen- und Kunstmaler (1905 - 1983)
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100 Jahre Frauenwahlrecht - Erinnerungen an Clara Schmidt in Warendorf und die Frauenbewegung Clara Schmidt und die Frauenliste
Fakten und Historie

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Heimatvereins Warendorf
Thema: "Clara Schmidt und die Frauenliste 1924 in Warendorf"

 

Eduard Elsberg erbaute das erste große Kaufhaus in Warendorf
von Mechtild Wolff

Der Elsbergplatz
von Dr. Bernward Fahlbusch

 

 

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