Der
Dominikanermönch Bartolome´ de Las Casas, dargestellt auf einer Szene
der Bildtapeten im Haus Klosterstraße 7, sowie
sein Kampf für die Freiheit und die Rechte der Indios standen im
Mittelpunkt eines Vortrages im Tapetensaal. Der Heimatverein hatte den
Mainzer Kirchenhistoriker Johannes Meier dazu eingeladen. Nach Begrüßung
durch die Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff stellte Norbert Funken
die Person Professors Meier vor. In Clarholz aufgewachsen, studierte er
nach dem Abitur am Warendorfer Laurentianum Geschichte und Theologie und
lehrt heute mittlere und neuere
Kirchengeschichte an der Universität Mainz.
Professor
Meier ging zunächst auf die Geschichte des Inkareiches in Südamerika und
die Religion der Inkas ein. Ein weiterer Abschnitt seines Vortrages
bildete die literarische Vorlage für die Bildtapeten, ein Roman des
französischen Schriftstellers Jean Francois Marmontel über die
Zerstörung des Inkareiches, Schließlich befasste Professor Meier sich
ausführlich mit dem Leben und Werk von Bartolome´ de Las Casas, 1484 in
Sevilla geboren, brach er 1502 in die Neue Welt auf. Als Soldat nahm er
auf der Insel Hispaniola, dem heutigen Haiti, an zwei Feldzügen zur
Unterwerfung der letzte Ureinwohner teil. Bereits während der Teilnahme
an der Eroberung Kubas als Konquistador versuchte Las Casas
das Leben von Indios zu retten, besaß dann eine Encomienda – Land
mit Indios, die für ihn sklavenähnlich arbeiten mussten -. Durch
Predigten vom Dominkanern, die sich von Anfang an gegen die ungerechte
Behandlung der Ureinwohner wandten, überdachte er seinen bisherigen
Lebensstil und gab seine Encomienda auf. Nach
Spanien zurückgekehrt, wies er in Audienzen beim König Ferdinand
II. und später auch bei Karl V. auf das Unrecht an der indianischen
Urbevölkerung hin. 1522 trat er bei den Dominkanern ein. 1529 in Mexiko
verweigerte er spanischen Siedlern, die Indios als Sklaven hielten, die
Beichte. Auch in seinen weiteren Missionsstationen in Nicaragua und
Guatemala sowie später als Bischof im mexikanischen Chiapa kam er wegen
seiner Haltung in Konflikt mit spanischen Siedlern.
Bartolome´ de Las Casas ist als einer der ersten Verteidiger der Menschenrechte der indianischen Urbevölkerung anzusehen. Auf seinen Einsatz ist auch die Bulle von Papst Paul III. von 1537 zurückzuführen, die die Versklavung verbot.
Professor Meier schloss seinen Vortrag mit einem Hinweis auf den aus Warendorf stammenden Jesuiten Bernhard Zurmühlen der im 18. Jahrhundert in Südamerika missionierte.