Vortrag über die Bildtapeten im Hause Klosterstraße 7 (19. 3. 2012 um 19.30 Uhr)
von Wolfgang Reisner

Der Dominikanermönch Bartolome´ de Las Casas, dargestellt auf einer Szene der Bildtapeten im Haus Klosterstraße 7, sowie  sein Kampf für die Freiheit und die Rechte der Indios standen im Mittelpunkt eines Vortrages im Tapetensaal. Der Heimatverein hatte den Mainzer Kirchenhistoriker Johannes Meier dazu eingeladen. Nach Begrüßung durch die Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff stellte Norbert Funken die Person Professors Meier vor. In Clarholz aufgewachsen, studierte er nach dem Abitur am Warendorfer Laurentianum Geschichte und Theologie und lehrt heute  mittlere und neuere Kirchengeschichte an der Universität Mainz.

Professor Meier ging zunächst auf die Geschichte des Inkareiches in Südamerika und die Religion der Inkas ein. Ein weiterer Abschnitt seines Vortrages bildete die literarische Vorlage für die Bildtapeten, ein Roman des französischen Schriftstellers Jean Francois Marmontel über die Zerstörung des Inkareiches, Schließlich befasste Professor Meier sich ausführlich mit dem Leben und Werk von Bartolome´ de Las Casas, 1484 in Sevilla geboren, brach er 1502 in die Neue Welt auf. Als Soldat nahm er auf der Insel Hispaniola, dem heutigen Haiti, an zwei Feldzügen zur Unterwerfung der letzte Ureinwohner teil. Bereits während der Teilnahme an der Eroberung Kubas als Konquistador versuchte Las Casas  das Leben von Indios zu retten, besaß dann eine Encomienda – Land mit Indios, die für ihn sklavenähnlich arbeiten mussten -. Durch Predigten vom Dominkanern, die sich von Anfang an gegen die ungerechte Behandlung der Ureinwohner wandten, überdachte er seinen bisherigen Lebensstil und gab seine Encomienda auf. Nach  Spanien zurückgekehrt, wies er in Audienzen beim König Ferdinand II. und später auch bei Karl V. auf das Unrecht an der indianischen Urbevölkerung hin. 1522 trat er bei den Dominkanern ein. 1529 in Mexiko verweigerte er spanischen Siedlern, die Indios als Sklaven hielten, die Beichte. Auch in seinen weiteren Missionsstationen in Nicaragua und Guatemala sowie später als Bischof im mexikanischen Chiapa kam er wegen seiner Haltung in Konflikt mit spanischen Siedlern.

Bartolome´ de Las Casas ist als einer der ersten  Verteidiger der Menschenrechte der indianischen Urbevölkerung anzusehen. Auf seinen Einsatz ist auch die Bulle von Papst Paul III. von 1537 zurückzuführen, die die Versklavung verbot.

Professor Meier schloss seinen Vortrag  mit einem Hinweis auf den aus Warendorf stammenden Jesuiten Bernhard Zurmühlen der im 18. Jahrhundert in Südamerika missionierte.

 

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