Bürgerantrag auf Erstellung eines Stadtentwicklungs-planes vom 14. 2. 10
Stellungnahme des
Heimatvereins vom
5. 1. 10
Bürgerversammlung am 3. 8. 09a>
Warum ist eine hochwertige
Gestaltung der Emsinsel so wichtig für Warendorf?
Die drei von der
Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Architektenpläne für den
Bebauungsplan „Emsinsel“, in die Vorstand und Beirat des Heimatvereins
Warendorf am 9.12.2009 in der Stadtverwaltung Einsicht nehmen konnten,
dürfen in dieser Form nicht Grundlage eines Bebauungsplanes werden.
Nach Auffassung des
Heimatvereins stellt die vorgesehene verdichtete Bebauung wie sie in
allen drei Entwürfen geplant ist, eine große Gefahr für unsere
historische Altstadt dar. Vorgesehen sind 120 bis 150
Wohneinheiten. Es kann nicht Ziel der Stadtplanung sein, ein massives
Überangebot an Wohnraum zu schaffen. Dadurch wird Wohnraum in der
Altstadt leerfallen, mit schlimmen Folgen, die sich jeder ausmalen kann.
Dies dürfen wir nicht riskieren.
Nach neuesten Prognosen
des Statistischen Landesamtes NRW wird der Rückgang der Bevölkerung
stärker ausfallen als vermutet. Für Warendorf muss mit einem
Bevölkerungsschwund von 13 v.H. bis 2030 gerechnet werden. Warum wollen
wir durch ein Überangerbot an neu geschaffenem Wohnraum massive
Leerstände auch in den jetzt noch intakten Wohngebieten produzieren? Am
Kloster entstehen im Moment 80 Wohneinheiten – ein Mangel an Wohnungen
wird es in Zukunft bestimmt nicht geben, da das Angebot jetzt schon
größer ist als die Nachfrage.
Im vorderen Bereich der
Emsinsel soll Gewerbe angesiedelt werden. Es stellt sich die Frage, ob
wir wirklich noch einen 1.600 qm großen Lebensmittelmarkt brauchen.
Sollen durch einen Verdrängungswettbewerb die Geschäfte der
Innenstadt überflüssig werden?
Sind die in diesem Zusammenhang
vorhergesagten 8 v.H. Kaufkraftschwund in der Innenstadt bei
Verwirklichung wirklich verkraftbar? Leer stehende Ladenlokale – sich
kein Gewinn für die Innenstadt - befürchtet der Heimatverein. Sie sorgen
für eine Anti-Konsumstimmung, die nicht nur den Warendorfern den Spaß am
Einkaufen nehmen wird.
Der Heimatverein
wünscht sich eine wirklich hochwertige Bebauung dieser altstadtnahen
Liegenschaft. Sie bildet den Auftakt zum Emspark, dem vielgenutzten
Erholungsgebiet der Stadt, einem wichtigen weichen Standortfaktor. Es
ist sehr erstaunlich, dass sogar die jetzige Grünzone westlich und
nördlich von Haus Bleiche, die teilweise als Landschaftsschutzgebiet
ausgewiesen ist, mit massiven Wohnbauten zugepflastert werden
soll. Was jetzt grün ist, muss auf jeden Fall grün bleiben. Sehr
wünschenswert wäre es, wenn die Grünzone noch erweitert werden könnte.
Das brächte Lebensqualität für die Bürger der Stadt Warendorf.
Absolut enttäuschend
ist die in den Plänen vorgeschlagene Gestaltung der Westseite der
„Emsinsel“ an der Straße „Zwischen den Emsbrücken“. Hier soll die
historische Gebäudezeile, die 1950 von dem bedeutenden Architekten
Heinrich Bartmann als verbindendes Element von der Industrie zur
Altstadt erbaut wurde, abgerissen werden, um in einem Entwurf durch eine
7 Meter hohe Backsteinmauer ersetzt zu werden. Damit wird man der Stadt
Warendorf mit ihrem historischen Stadtkern in keiner Weise gerecht.
Die Gestaltung der
Emsinsel sollte nicht eine Gefahr, sondern eine Bereicherung für unsere
liebenswerte Stadt werden.