Die
Zahl der Stühle im Saal der Gaststätte Porten-Leve reichte nicht aus. Es
mussten weitere hereingetragen werden, bis über 50 Personen Platz
hatten, um den Vortrag des Historikers Jürgen Gojny über die
Eingliederung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach 1945 zu
verfolgen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass fast drei Viertel der
Zuhörer Vertriebene oder Nachkommen von Vertriebenen waren.
Nach Begrüßung durch die Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff ging Jürgen Gojny zunächst auf die Beschlüsse der Alliierten auf der Konferenz von Potsdam ein, auf der die Umsiedlung der deutschen Bevölkerung aus den an Polen und die Sowjetunion fallenden Gebieten festgelegt worden war. Er erwähnte die ersten wilden Vertreibungen durch die Polen in den Grenzgebieten und die ab Ende 1945 beginnende organisierte Vertreibung in Abstimmung mit den Briten, in deren Besatzungszone die ausgewiesenen Deutschen aufgenommen werden mussten.
In den heutigen Kreis Warendorf kamen die Vertriebenen mit Güterzügen zunächst in die Durchgangslager in Ahlen, Telgte und Warendorf. Über das Durchgangslager im Warendorfer Landgestüt kamen mit 44 Zügen rd. 64.000 Personen. Bei der Verteilung auf die einzelnen Gemeinden ergaben sich große Schwierigkeiten. Die Vertriebenen stießen auf Vorbehalte der einheimischen Bevölkerung, die teilweise Widerstand gegen die Beschlagnahme von Wohnraum leistete.
Später wurden Flüchtlingsbeiräte eingerichtet. Eine Organisation der Vertriebenen in eigenen Verbänden war von der britischen Besatzungsmacht zunächst nicht gestattet. Jürgen Gojny erwähnte die Rolle der Kirchen bei der ersten Hilfe für die Ankommenden und die kulturelle Integration.
Im Anschluss an den Vortrag kamen von den anwesenden Zuhörern verschiedne Aspekte der Vertreibung und der Aufnahme hier im Kreis Warendorf zur Sprache.
Klicke auf ein kleines Bild
In der Textilwerkstatt wurde von den Teilnehmern der Wunsch
geäußert,
das Textilmuseum Bocholt zu besuchen.
Der Heimatverein Warendorf plant zusammen mit der
Volkshochschule den
Besuch des Textilmuseums am Dienstag, den 29. Mai 2012
Abfahrt mit dem Bus um 9 Uhr am Bahnhof.
Zunächst wird in Gruppen durch die Weberei geführt, in der wie
vor 100 Jahren die Webstühle rattern und die Dampfmaschine zischt. Das
Fabrikmuseum wurde gebaut, wie eine typische Baumwollweberei.
Ein alter Webstuhl aus der Firma Brinkhaus ist dort auch zu
sehen.
Anschließend wird ein vollständig eingerichtetes Arbeiterhaus
mit Garten besichtigt.
Nach einer Mittagspause im Museumsrestaurant „Schiffchen“
werden wir durch die naheliegende Spinnerei geführt,
die zu einer Textilen Kulturfabrik umgestaltet wird.
Dann besteht Gelegenheit zu einer Kaffeepause und einem Besuch
des Museumsladens mit Produkten aus der Weberei, ehe es zurück nach
Warendorf geht.
Der Reisepreis einschließlich Eintritt und Führungen im Museum
beträgt 20,- €.
Da am 29. Mai noch Ferien sind, bietet der Heimatverein an,
dass Kinder bis zu 12 Jahren kostenlos mitkommen können. Anmeldungen
sind beim Stadtmarketing Warendorf, Emsstraße möglich.
Bei der Anmeldung wird eine Anzahlung von 10,- € pro
Erwachsenem erbeten.

Die Karte wurde dem Heimatverein mit freundlicher Genehmigung
zur Verfügung gestellt von:
Bezirksregierung Köln, Abteilung 7 / Geobasis NRW, Geobasisdaten © Land
NRW, Bonn, 2010
Mai bien Plattdütsken Krink: Bichten to veer of Tieten
Dokumentation einer weiteren Baumfällung am Alten
Lehrerseminar
Neugotik in Warendorf: Eine Führung durch die Warendorfer Altstadt
mit Klaus Ring (22.4.2012)