Vorstellung und Presseberichte
Die „Warendorfer Schriften“ und der „Kiepenkerl“ sind da!!! (10. 12. 2018)
von Mechtild Wolff

Nun ist der Band 47/48 der „Warendorfer Schriften“ und der „Kiepenkerl“ Nr. 70 fertiggestellt.

 

Der Heimatverein steht mit seinen Publikationen in einer langen Tradition. Die ersten „Warendorfer Schriften“ wurden 1971 unter dem Heimatvereinsvorsitzenden Dr. Paul Leidinger herausgebracht.  Mit der nächsten Ausgabe können wir eine Jubiläumsschrift erstellen, denn dann werden die „Warendorfer Schriften“ 50 Jahre alt.

Die Herausgabe einer Heimatvereinspublikation ist allerdings schon viel älter. Als Wilhelm Zuhorn 1902 den Heimatverein gründete, gab er die Vereinszeitschrift „Warendorfer Blätter für Orts- und Heimatskunde“ heraus. Damit wollte er möglichst weiten Volkskreisen die ereignisreiche Vergangenheit zugängig zu machen, was ihm auch bestens gelang. Noch heute sind diese Warendorfer Blätter eine wichtige Quelle für Informationen über unsere Geschichte.

Gerade vor zwei Wochen haben die beiden Preisträger der „Wilhelm-Zuhorn-Plakette“ Walter Suwelack und Wolfgang Budde in Zusammenarbeit mit Dr. Paul Leidinger ein Ergänzungsbändchen mit bislang unbekannten Zuhornschen Erforschungen herausgebracht, dieses Mal sogar mit Bildern, die in der Zuhornschen Kirchengeschichte ja leider fehlten, weil dafür beim Druck 1918 nicht genügend Papier verfügbar war.

Das ist heute anders, die WS sind mit einer Fülle von Bildern ausgestattet und haben sich seit der Gründung 1971 von einem kleinen Heftchen zu diesem stattlichen Buch entwickelt - zu einer wahren Fundgrube für Geschichte und Geschichten und wir hoffen sehr, dass auch in dieser Jahresgabe für alle Mitglieder etwas Interessantes zu lesen ist. Uns ist es sehr wichtig, den Inhalt vielseitig zu gestalten.

Neben den WS, die ja im zweijährigen Turnus erscheinen, gibt der Heimatverein jährlich den Kiepenkerl heraus. Hier wird über Vereinsaktivitäten, über Veranstaltungen, über die Jahreshauptversammlung und auch über allgemein interessierende Themen berichtet.

Dem gesamten Redaktionsteam sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. Auch den zahlreichen Autoren sind wir sehr zu Dank verpflichtet. Denn nur durch die Vielzahl Artikelschreiber haben wir solch ein buntes Kaleidoskop an Beiträgen.

Die „Warendorfer Schriften“ und der „Kiepenkerl“ sind kostenlose Jahresgaben für unsere Mitglieder und werden von Heimatvereinsaktiven den Mitgliedern frei Haus zugestellt.

 

Pressebericht „Die Glocke“ vom 11.12.2018
Warendorfer Schriften 47/48 sind fertig
von Peter Wild

Warendorf (pw) - Sie seien „eine wahre Fundgrube für Geschichte und Geschichten“, sagt Mechtild Wolff  über die „Warendorfer Schriften“, und die Vorsitzende des Heimatvereins ist begeistert: „Nur durch die Vielzahl der Autoren haben wir ein solch buntes Kaleidoskop an Beiträgen“.

Bild: Wild

Die Bände 47/48 der "Warendorfer Schriften" sowie die Vereinspublikation "Kiepenkerl" des Heimatvereins haben am Montag (v.l.) Kurt Heinermann, Norbert Funken, Dr. Ekkehard Gühne, Vorsitzende Mechtild Wolff, Harald Otto, Wolfgang Reisner, Gisela Gröne und Professor Dr. Paul Leidinger vorgestellt. Bild: Wild

 

 

Alle zwei Jahre kommen die Heimatblätter seit 1971 heraus, jeweils mit einem Doppelband. Als am Montag die beiden aktuellen Bände 47 und 48 vorgestellt wurden, gab es bereits einen Ausblick auf die nächste Veröffentlichung 2021. Zum Fünfzigsten der Schriftenreihe sollen die Bände 49 und 50 erscheinen, und selbstredend soll der Jubiläumsausgabe besondere Aufmerksamkeit sicher sein.

Der aktuelle Band ist in einer Auflage von 530 Exemplaren gedruckt worden. Die 470 Mitglieder des Heimatvereins werden die Publikation als Jahresgabe kostenlos erhalten, der Rest der Auflage wird im Buchhandel verkauft. In gleicher Stückzahl ist auch die alljährliche Vereinszeitschrift des Heimatvereins, der „Kiepenkerl“, gedruckt worden.

Professor Dr. Paul Leidinger, früherer Kreisheimatpfleger, ist traditionell Herausgeber der „Warendorfer Schriften“. Die Schriftleitung hierfür liegt in den Händen von Wolfgang Reisner.

Theaterjahrbuch 1919 ziert Titel

Die Titelseite der Bände 47 und 48 ziert diesmal die Aufschlagseite des Theaterjahrbuchs 1919 des Verlags Franz Wulf, über den Klaus Gruhn recherchiert hat. Norbert Funken hat sich mit der Fischerei in der Ems und in den Stadtgräben beschäftigt, und Mechtild Wolff hat ihre Nachforschungen über Auswandererschicksale anhand der Freckenhorster Familie Kreimer zusammengetragen.

Wolfgang Reisner hat über die Präsenz Warendorfer Kaufleute, insbesondere jüdischer Bürger, auf Jahrmärkten in der Region geschrieben, und Jürgen Gojny informiert über die Nachkriegswirren unter britischer Militärbesatzung. Über das Sozialpädagogische Schwesternseminar und Kindergärten in Warendorf ab 1945 hat Pater Karl Neufeld einen Beitrag verfasst, und Professor Dr. Paul Leidinger befasst sich mit der Integration Heimatvertriebener und „Aspekten einer Patenschaft und Freundschaft“ mit dem Kreis Reichenbach.

Persönlichkeiten wie Jacob Sally Katzenstein, Heinrich Blum, Maria Moormann und Theresia Kampelmann sind Beiträge gewidmet. Antonius Stuke zeigt die Eine-Welt-Arbeit in Warendorf auf, Ricarda Reker-Nass lässt 25 Jahre „Aktion Kleiner Prinz“ Revue passieren, Martina Grundkötter blickt auf 30 Jahre Partnerschaft der früheren Pfarrgemeinde St. Marien mit der ghanaischen Partnergemeinde in Walewale zurück, und Rolf Hartmann hat über die „Kettenbuch-Bibliothek“ in Warendorfs polnischer Partnerstadt Olesnica geschrieben. Biografisches, Mitteilungen und Vereinsnachrichten runden die Themenpalette ab.

 

Pressebericht der Westfälischen Nachrichten vom 11.12.2018

Jahresschriften in Warendorf vorgestellt:
152 Pfund Karpfen für Fürstbischof von Galen

 Geschichten sind wichtige Informationsquellen. Sie können auch Erstaunliches oder Kurioses erzählen – wie in den neuen Warendorfer Schriften und dem Kiepenkerl. 
Von Jörg Pastoor

Kurt Heinermann, Norbert Funken, Dr. Ekkehard Gühne, Mechtild Wolff, Harald Otto, Wolfgang Reisner, Gisela Gröne und Prof. Dr. Paul Leidinger (v.l.). Foto: Jörg Pastoor

 

 

Als die Stadt noch ein eigenes Schiff hatte, setzte es der damalige Rat nicht nur für verschiedene Transportzwecke ein, sondern auch fürs Fischen. Karpfen, Neunaugen, Hechte – die gab es reichlich. Wenn mal wichtiger Besuch nach Warendorf kam, 1652 zum Beispiel, dann holten die Pförtner aus Ems, Teichen und Stadtgräben auch schon mal 152 Pfund Karpfen, die Fürstbischof Christoph Bernhardt von Galen der Gast auf den Tisch bekam.

„Vom Fischfang in der Ems“ ist Norbert Funkens Betrag überschrieben. Es ist einer der Artikel in der Rubrik zur Geschichte des 15. bis 19. Jahrhunderts, die in den aktuellen „Warendorfer Schriften“ des Heimatvereins stehen. Band 47/48, wieder herausgegeben von Prof. Dr. Paul Leidinger, ist 184 Seiten stark und jetzt im Handel.

Das Buch, das stellte Vereinsvorsitzende Mechtild Wolff am Montag im Tapetensaal des Bürgerhauses Klosterstraße heraus, verkaufe sich gut. Als Paul Leidinger noch Wolfs Amt innehatte, erschien 1971 die erste Ausgabe. Mit der nächsten – alle zwei Jahre aufgelegten – gebe es also eine Jubiläumsausgabe.

Neben dem Fischfang, den alte Ratsrechnungen dokumentieren, widmet sich ein weiterer Beitrag den Handelsbeziehungen, die – vor allem jüdische – Kaufleute vor Jahrhunderten auf den Send in Münster und andere Jahrmärkte führten. Alte Zeitungsanzeigen belegen, was Händler wie die Jacobs, die Windmüllers oder Levi Leffmann anboten.

In die jüngerer Vergangenheit führt Klaus Gruhns Text über den Theaterverlag Franz Wulf, dessen Katalogtitel aus den 1920er Jahren auch auf dem neuen Schriftenband steht. Die Jahre unter der britischen Militärregierung zwischen 1945 und 1949 im Kreis Warendorf waren Thema für Klaus Gojny, während Paul Leidinger der Städtepatenschaft zwischen Reichenbach und Warendorf einige Seiten widmet. Über Warendorfer „Exilanten“ wie Jacob Sally Katzenstein (1864 bis 1921) und Warendorfs Ehrenbürger Heinrich Blum geht es im Kapitel „In Warendorf geboren, in der Ferne gewirkt“.

Die Bedeutung jüdischer Kaufleute

Ein zunehmend präsentes Thema – neu ins Werk aufgenommen – ist der Bereich „Warendorf und die Eine Welt“. Drei Autoren stellen hier die Arbeit für Entwicklungsländer in der Pfarrei St. Laurentius, die Aktion Kleiner Prinz und die Partnerschaft mit Walewale in Ghana näher vor.

Im halben Zeittakt der „WS“ erscheint der Kiepenkerl. Unter Redaktionsleitung von Gisela Gröne stehen hier jeweils die neuesten Dinge aus dem Leben des 450 Mitglieder starken Vereins, aber wie auch in den Schriften Aufsätze. Mechtild Wolff etwa hat sich um die ihrer Schilderung nach „schillernde Persönlichkeit“ des Musikers Kuno Stierlin (1886 bis 1967) gekümmert. Dessen Vorfahren hatten die Löwen-Apotheke besessen, er war ein eigensinniger, aber hochbegabter Musiker mit umfangreichem Werk.                                                    

„Kuno Stierlin war eine schillernde Persönlichkeit“ 

Mechtild Wolff

 

Matsche meistbietend versteigert

In einem weiteren Artikel beleuchtet Wolfgang Reisner den wahren Kern in der Binse, dass Geld nicht stinkt: Er war auf eine amtliche Bekanntmachung von 1842 gestoßen, in der der Magistrat den „bei der Reinigung der Stadtgräben gewonnene Moder“ an Ort und Stelle meistbietend versteigern wollte. Der Schlamm war damals bei den Warendorfern als Dünger für die eigenen Flächen begehrt, die Stadt hatte so schon ihr eigenes Recycling-System, bevor Stoffkreisläufe überhaupt so hießen.

 

 

Bilder aus dem Warendorfer Weihnachtswäldchen 2018

Plattdeutscher Krink am 5. 12. 2018
Wu was Wiehnachten fröher?
von Franz Schulte Nahrup

Up den lesten Krinknommdag höheren de Lüe vierl üöwe de Wiehnachtsdage, wu de fröher so aflaupen sin. Los gong et owe met dat Leed „Schneeflöcksken, witt Röcksken, wann kümps du nao urs“. Mathilde Kempkes harr dann von Augustin Wibbelt „Wiehnachten fö füftig Jaohr.“ Heinz Beckhove harr sick „To Wiehnachten wäd Kaffee schmuggelt“ trechte legt. Roswitha Wienströer harr wat üöwe dat Jubiläum 200 Jaohre „Stille Nacht, heilige Nacht“, un von Ottilie Baranowski „De neichste Naobe“.

Met Trecksackbegleitung  schalleren dann de Leeder „O Dannenbaum,o Dannenbaum“ un „ Alle Jaohr, o Wunner“ dör den Saal. Auk de Heimatvereinsfösitzende Mechthild Wolff harr sick en Gedicht von den Nikolaus trechte legget. Wiede gongt met Riemsels un Vetellsels üöwe Wiehnachten un hie besonners üöwe de Ucht. Met de Kutschke kammen de Lüe ut alle Kiärspels anföhen. An de Kiärke was extra fö de Piäre ne Schüre, wo de dann de Miss üöwe sick utruhen konnen. En son Öhm ode Knecht poss up de Päire up un leggere mest  Tiets auk nao üöwe dat ene ode annere Piäd ne Dierke, well dat dat Die so licht an dampen wüör. Nüchtern kammen de Lüe in de Ucht. De ene off annere, de kinen Platz mä funnen harr, holl dat langen Stoen nich ut un kippere üm. Wenn he dann an de frischke Luft bracht wuor, gongt dann wanners wiee biäter. Et was die so wat daomols met de Ucht.  Danao gaw owe ümmer nen gurt Fröhstück. Lustige Vetellsels gawt auk to höen an düssen Nommdag. De Kiärl frog sine Frau, wat se häbben wull to Wiehnachten. Sie sag, wat fön Arm und auk fö den Hals. De Kiärl dach sick, wennt nicht to düe wäen soll, schenks üör nen graut Stück Sepe. De Baas Franz Schulze Nahrup wünschkere allen frohe Wiehnachtsdage un nen gurten Rutsch int Jaohr 2019, De neichste Krinknommdag is an,n 9. Januar – Möpkenbrautiäten – wiee int Kolpinghuus,

Waffelnbacken im Gadem
Sonntag den 2. 12. 2018 ab 14.00 Uhr (1. Advent)
von Wolfgang Reisner

 

Wie jedes Jahr füllte sich das Kleineleutehaus Zuckertimpen 4 an ersten Advent mit süßem Waffelduft. Fleißige Hände versorgten die Besucher mit frisch über der Kochmaschine gebackenen Waffeln. Dazu wurde auf Wunsch auch Muckefuck gereicht. Der Begriff Muckefuck für Getreidekaffee soll von Französisch Mocca faut = falsche Kaffee kommen. Im Rheinisch-Westfälischen war Muckefuck allgemein die Bezeichnung für einen dünnen Kaffee. Das Waffelnbacken zog wie in den vergangenen Jahren viele Besucher an.