Straßen dieses Namens
gibt es in vielen Orten. Sie bezeichnen immer zentrale
und für die Ortsentwicklung wichtige
Verkehrswege. Diese mussten bestimmte
Anforderungen hinsichtlich der Breite
und Qualität erfüllen, in der
Regel bestimmt von militärischen
Anforderungen. So ist auch die
Königsstraße in Warendorf, die vom Krickmarkt zur
Brünebrede führt, Teil des alten
Heerweges von Osnabrück nach Hamm. Nach
Maria Götting stand diese "via regia"
unter besonderem Schutz des Königs und
mußte eine bestimmte Mindestbreite
einhalten damit "ein Reitersmann mit
quergehaltenem Speer durchreiten"
konnte.
Dass die Verhältnisse in
früheren Zeiten nicht immer so "golden"
waren, wie sie in der
Rückschau manchmal
erscheinen, zeigt ein altes Bild aus dem
Archiv der Altstadtfreunde von der
Königsstraße zu Beginn des 20.
Jahrhunderts.
Deutlich ist hier auf der
linken Seite die "Wippe" - ein offener
Abwassergraben - zu sehen. Zwar war
die Anlage eines Abwasserkanals eine
deutliche Verbesserung gegenüber den
Verhältnissen im Mittelalter, als
Fäkalien und und Küchenabfälle in den
Straßen und Hinterhöfen entsorgt wurden.
Unter hygienischen Aspekten aber und von
der Wohnqualität aber wäre diese Art der
Abfallbeseitigung nach heutigen
Maßstäben völlig unzumutbar.
Heute findet man in der Königsstraße
schöne, restaurierte Wohn- und
Geschäftshäuser, die ein
angenehmes Ambiente für das Leben in der
Stadt bieten.
Bilder aus der Königsstraße (klicke auf die Bilder, um sie groß zu sehen)
Bilder: Archiv der Altstadtfreunde
Matthias Rinschen (C) 2006
Literatur: Maria Götting: "Warendorf,
Straßen und Gassen einer alten Stadt"
Verlag Schnell, Warendorf 1956